Mai 2019: Loslassen

Unser diesjähriges Yoga Retreat im Mai stand unter dem Motto „Loslassen“. Und einmal mehr wurde uns bei diesem Retreat bewusst, wie anstrengend es ist loszulassen. Ein schnell gesagtes Wort, das dem Geist und dem Körper so unendlich viel abverlangt.
Loslassen bedeutet vor allem eines nicht – verdrängen. Wenn wir Dinge verdrängen, dann kehren sie früher oder später wieder zu uns zurück in Form eines vermehrten Kraftaufwandes zum Verdrängen oder indem sie sich einfach nicht mehr verdrängen lassen.
Im Körper heißt verdrängen festsetzen. Alle unsere Erfahrungen spiegeln sich in unserem Körper wieder, indem sie den Spannungszustand der Muskulatur und bestimmte Körperfunktionen (z.B. Herzschlag, Atmung) beeinflussen. Aus dem Alltag kann das jeder nachvollziehen – Stress gleich Anspannung (bei den Meisten im Schulter-/Nackenbereich). Dauerstress heißt dann Dauerverspannung bis hin zum muskulären Hartspann. Die Kunst ist es nun, diese Verspannungen durch Loslassen zu reduzieren. Im Alltag durch Momente der Stille und des körperlichen Ausgleichs und langfristig durch Loslassen.
Was aber heißt Loslassen? Im yogischen, ayurvedischen und auch buddhistischen Sinn heißt Loslassen so viel wie akzeptieren. Nur wenn wir eine Situation oder ein Erlebnis ohne Bewertung annehmen, nicht hadern, eben akzeptieren, können wir es loslassen. Sobald wir über die vergangene Situation oder das vergangene Erlebnis beginnen nachzudenken, uns zu überlegen wie es hätte anders sein können, ist ein Loslassen nicht möglich. Loslassen ist also das Anerkennen dessen, was unser bisheriges Leben ausmacht – ohne Wenn und Aber. Und natürlich gibt es Situationen, die lassen sich nur schwer loslassen. Aber wenn wir es schaffen, immer weniger „Drama“ um diese Situationen in unserem Geist zu bauen, dann sind wir auf dem Weg zum Loslassen.
Loslassen hat im praktischen Sinne auch oft mit Veränderung zu tun. Dazu gehören u.a. das Loslassen von Erwartungen, Rollen, Beziehungen. Und nur, wenn wir für dieses praktische Loslassen offen bleiben, können wir uns entwickeln. Und vielleicht erfahren wir dann, was Lao-Tse mit folgendem Zitat ausdrückt:

Wenn du loslässt, was du bist
kannst du werden, wer du sein könntest.
Wenn du loslässt, was du hast
bekommst du, was du brauchst.

Wir wünschen euch einen schönen Sommer, Erfahrungen und Erlebnisse, die euch Kraft geben und entspannen und allen, die in den Urlaub fahren, natürlich einen tollen Urlaub!
Namaste Nora und Azade

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