Juli 2019: Meditation

Der achtgliedrige Yogapfad nach Patanjali beinhaltet als 6. Pfad die Meditation. In einer Yogastunde ist es schwierig, diesen Weg des Yoga ausreichend einzubinden. Zumal wir Yogalehrer selbst wenig Unterweisung im Meditieren haben. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns der Lehre zuzuwenden und zu „bedienen“, die wie keine andere die Meditation in den Mittelpunkt ihrer Praxis stellt – die buddhistische Dhammalehre.
Mit dem Begriff Meditation verbindet wohl jeder etwas anderes, häufig etwas sehr esoterisches. Aber im Rahmen des Buddhismus (und auch des Yoga) kommt der Meditation nur eine einzige Aufgabe zu – die Klärung des Geistes.
„Wer noch gar nicht oder nur selten meditiert hat, kennt seinen eigenen Geist noch nicht. Viele verbinden mit Meditation die Vorstellung, sie führe einen in irgendwelche fremde Regionen und jeder erlebe sie auf seine ganz persönliche Weise. So ist es aber nicht.
Der menschliche Geist hat, soweit er das ist, was wir „normal“ nennen, gewisse Eigenschaften, die für jeden Menschen gelten, und die Meditation ist ein vom Buddha klar und genau definiertes Gebiet des Geistes, das jeder beschreiten kann, und jeder kommt zu den gleichen Ergebnissen, vorausgesetzt er bemüht sich. Es ist nie irgendeine ungeahnte, verworrene oder persönliche Erfahrung, es ist eine Schritt für Schritt kommende Klärung. Die Erfahrung ist universell. …
Diese Erfahrungen und schrittweise kommenden Klärungen hat der Buddha genau beschrieben, man kann sie nachlesen. …“ (Ayya Khema: Meditation ohne Geheimnis)

Betrachtet man den menschlichen Körper, so hat er neben der äußeren Struktur, die vom Skelett- und Muskelapparat geformt und aufrecht erhalten wird, alle seine Funktionen an Organe gebunden, die im Inneren des Körpers liegen und so gut geschützt sind. Jedes dieser Organe hat eine oder mehrere Aufgaben im Gesamtorganismus zu erfüllen. Unser Gehirn ist ein solches Organ. Es erfüllt ziemlich viele Aufgaben – z.B. speichern von Informationen, erinnern von Informationen, vergleichen von neuen und alten Informationen, planen auf Grundlage der abgespeicherten Informationen, Steuerung von körperlichen Reaktionen auf bestimmte Situationen usw. Und wie jedes Organ arbeitet unser Gehirn permanent, wir können es genauso wenig abschalten wie unseren Herzschlag, unsere Atmung oder irgendein anderes Organ.
Das Problem des menschlichen Daseins besteht darin, dass wir den Ergebnissen unseres Organs Gehirn eine immense Bedeutung zuschreiben – wir identifizieren uns mit diesen Ergebnissen. Im Yoga nennt man diese Identifikation auch Ego. Aber letztendlich produziert unser Gehirn Gedanken, Gedanken auf der Grundlage seiner Erfahrungen und Informationen. Und oft können wir den Gedankenstrom nicht mehr abstellen und unsere Aufmerksamkeit nicht mehr vom Organ Gehirn lösen. Das entfremdet uns uns selbst und bereitet Stress. Meditation ist eine Möglichkeit, den Weg zurück zu uns und weg vom Gedankenstress zu erreichen.

Der Buddhismus kennt verschiedene Arten der Meditation, die den Geist fokussieren sollen und letztendlich eine Klärung des Geistes zum Ziel haben.
Wir werden zwei dieser Meditationen im Akasha anbieten:
1 Metta-Meditation
Die Metta-Meditation (Herz-Meditation) ist eine Meditationsform, die uns darin unterstützt, unsere Herzensqualitäten zu entwickeln und innere Heilung zu erfahren. Wir lernen dabei, uns selbst und anderen Menschen mit mehr Wohlwollen, Freundlichkeit und Akzeptanz zu begegnen.
2 Samatha-Meditation
In der Samatha-Meditation kannst du in das Erleben deines Atems eintauchen, so dass dein denkender Geist zur Ruhe kommt.


Geleitet werden diese Meditationen von Anne Pagel (Jahrgang 1962):
Mein Weg führte mich 2005 zur buddhistischen Dhammalehre mit seinen Metta-, Vipassana- und Samatha-Meditationen. Seither bin ich Übende mit Freude, Neugier und Hingabe. Meine Lehrer*innen stehen in der Theravada-Tradition in der Nachfolge von Ayya Khema – Bhante Nyanabodhi, Wilfried Reuter und Sylvia Kolk. Durch regelmäßige Teilnahme an Meditationsretreats und buddhistischen Vorträgen erweitere ich mit Freude meine Theorie und Praxis. Ich habe mehrjährige Erfahrung in der Anleitung von Meditierenden im Lotos Vihara in Berlin sammeln können.

Wir führen die Meditation jeden ersten Samstag im Monat von 11:00 – 13:00 durch. In der buddhistischen Lehre wird ein Lehrer nicht durch ein Honorar bezahlt, sondern jeder Schüler gibt ein Dhana, einen Dank. Dieser Dank kann finanzieller Natur sein aber auch ein Mitbringsel persönlichen Bezugs oder eine paar dankende Worte oder Gedanken für den Lehrer. Bei einer finanziellen Dhanagabe wird der Betrag aufgeteilt zum Kauf Meditationsgeeigneter Materialien durch das Akasha sowie als Spende an eine buddhistische Einrichtung.

Für den restlichen Sommer hoffen wir nochmal auf jede Menge Sonnenstunden! Allerdings ist der schwere Geruch von Erde und Blumen nach einem Sommerregen auch ein besonderes Erlebnis. In diesem Sinne -
Namaste Nora und Azade

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